Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Zurück zur Artikelübersicht

Das Böschungsverhältnis – Höhe zu Länge

Eine Böschung dient dazu, Erosionen und andere geographische Vorgänge zu verhindern. Sie kann auch auf natürliche Weise bei diesen Prozessen entstehen. Viele Böschungen werden als Hang bezeichnet. Das Böschungsverhältnis besteht aus dem Verhältnis zwischen Länge und Höhe einer Böschungsanlage. Für dich als Bauherren ist das Böschungsverhältnis dann wichtig, wenn du eine künstliche Böschung zum Schutz von Baugruben und Gräben anlegst. Diese muss den Vorgaben des Böschungswinkels entsprechen.

Was ist das Böschungsverhältnis?

Beim Böschungsverhältnis handelt es sich um einen Quotienten, der angibt, wie Länge und Höhe einer Böschung zueinander stehen. Hier spielt auch der Böschungswinkel eine wichtige Rolle, da er die Steigung der Böschung angibt. Falls das Böschungsverhältnis bei deiner Baugrube oder deinem Graben auf der Baustelle nicht korrekt ist, gibt es Probleme: Sowohl das Bauamt als auch die Mitarbeiter können dir als Bauherren dann vorwerfen, die Baustelle nicht korrekt abgesichert zu haben.

Damit eine Böschung standsicher ist, muss sie je nach örtlichen Gegebenheiten ein passendes Verhältnis zwischen Länge und Höhe haben. Anderenfalls kommt es eventuell zu einem Böschungsbruch, der gefährliche Folgen mit sich bringt.

Wie gehören Böschungsverhältnis und Böschungswinkel zusammen?

Das Böschungsverhältnis beschreibt das Aussehen und die Masse einer Böschungsanlage. Der dazugehörige Winkel gibt an, wie steil die Böschung ist. Je steiler diese gebaut ist, desto wirtschaftlicher ist sie, denn so kannst du Platz auf der Baustelle sparen.

Beim Bau einer Böschung werden erfahrene Handwerker sowohl den Winkel als auch das Verhältnis bestimmen. So wissen sie unter anderem, welche Länge und welche Steigung die Böschung haben soll und wie dies zum Baugrund passt. Am besten lässt du dir die entsprechenden technischen Zeichnungen zeigen, um deiner Pflicht als Bauherr nachzukommen.

Was muss ich als Bauherr beim Gefälle beachten?

Rund um die Böschung muss in der Schweiz ein 0,6 Meter breiter Streifen erkennbar sein. Auf diesem darf weder gebaut noch etwas abgestellt werden, um die Böschung zu schützen. Je instabiler der Boden ist, desto wichtiger ist ein grosser Abstand zur Böschung.

Achte zudem darauf, einen Böschungswinkel zu wählen, der zum Untergrund passt. Laut DIN-Norm sind je nach Untergrund die folgenden Winkel erlaubt:

  • 45 Grad bei nicht bindigen oder weichen bindigen Böden
  • 60 Grad bei steifen oder halbfesten bindigen Böden
  • 80 Grad bei Felsböden

Welche Länge ist bei einer Böschung erlaubt?

Die Länge der Böschung hängt von der Baustelle und den Gegebenheiten ab. Sie sollte die Baugrube entsprechend absichern und auch ausreichend Platz lassen, um den Aushub zu entsorgen. Die Böschungsneigung sollte vom Verhältnis her ebenfalls zur Länge der Böschung passen, sodass ein stabiles Konstrukt entsteht.

Sollte die Böschungsneigung aufgrund eines Höhenunterschieds im Boden oder aufgrund anderer Faktoren nicht optimal sein, lässt sich die Böschungsanlage durch sogenannte Bermen festigen. Diese sind wie Stufen in der Grube angelegt und fangen abrutschende Erdmasse ab. Hier hilft jedoch die Technik heutzutage dabei, dies zu vermeiden.

Was geschieht auf unebenem Baugrund?

Wenn der Baugrund nicht eben ist, kann das optimale Böschungsverhältnis manchmal nicht erreicht werden. Dann solltest du dich von deinem Architekten oder der Baufirma beraten lassen. Eventuell kann diese mithilfe von anderen Hilfsmitteln wie etwa einem Kreissegment für mehr Stabilität sorgen. Wichtig ist dann, dass sich der Experte in der Geometrie auskennt und entsprechende Vorgaben umsetzen kann.

Grundsätzlich solltest du auf der Horizontale dafür sorgen, dass der Baugrund geebnet wird und fest genug ist, um eine Böschung auszuhalten. Gerade auf Sand und anderen rutschigen Materialien ist dies oft eine Herausforderung. Der sogenannte Reibungswinkel hilft dabei, auszurechnen, wie das Böschungsverhältnis optimiert werden kann. Dieser Winkel gibt an, welche Reibung vorhanden ist, also wie rutschig oder haftbar das Material ist.

Welche Steigung ist bei einer Böschung erlaubt?

Die Steigung bei einer Böschung sollte sich nach den obigen Zahlen richten. Wenn du eine steilere Böschung wünschst, kann dies auf Antrag genehmigt werden. Setze dich dafür in Kontakt zur zuständigen Baubehörde in deinem Kanton. Wenn du nachweisen kannst, dass die Rechnungen stimmen, dass das Böschungsverhältnis ausreichend ist und dass der Winkel passt, steht einer steileren Steigung nicht viel im Wege.

Wichtig ist natürlich, dass die Handwerker nach wie vor in der Grube arbeiten können. Diese sollte unten eine Ebene haben. Wenn sie tiefer als fünf Meter ist, gelten noch andere Vorschriften, die du beim Bauamt erfragen kannst. Achte darauf, dass selbst weniger sportliche Menschen ohne Problem die Baugrube trotz Gefälle betreten und verlassen können.

Wer hilft mir beim Berechnen des Böschungsverhältnisses?

Das Böschungsverhältnis können sowohl Architekten als auch Bauarbeiter für dich berechnen. Sie berücksichtigen dabei Werte wie das Gefälle, die Nutzung, das Material und die Grösse der Grube. Auf Nachfrage erhältst du genaue Berechnungen, die zum Beispiel beim Bauamt manchmal verlangt werden.

Auch die Richtung der Böschung sollte in den Berechnungen zu erkennen sein. So weisst du nämlich schon früh im Detail, wie und wo das Gefälle verlaufen wird und welche Nutzung der Baustelle es erlaubt. Eventuell musst du auf Basis des Böschungsgefälles noch einige Dinge umplanen, aber auch dabei hilft dir stets die Bauleitung.

Das könnte dich auch interessieren

Riegelbau: Was das Fachwerkhaus in Deutschland und Österreich, ist das Riegelhaus in der Schweiz

Was in Deutschland die Fachwerkhäuser sind, ist in der Schweiz der Riegelbau. Früher war die Konstruktion aus Holz normal, die Fachwerkbauweise weit verbreitet. Lange Zeit vergessen, wurde die Holzbauweise vor einigen Jahren wiederentdeckt – und heute wird tatsächlich wieder Fachwerk hergestellt. Denn der Holzriegelbau ist die günstigste Bauweise in Holz. Warum nun Riegelbau? Der Riegel ist der kurze waagerecht angebrachte Balken im Holzbau. Wir haben die wichtigsten Informationen zum Riegelbau für dich zusammengetragen.

Brücken bauen – nicht nur in der Kommunikation wichtig

Beim Thema Brücken denken wir oft an die Bauwerke, aber auch an die zwischenmenschliche Brücke. Diese kann zwischen Kulturen oder unterschiedlichen Menschen gebaut werden, um für mehr Verständnis zu sorgen. Somit ist die Brücke eine schöne Metapher. Hier erfährst du mehr über den architektonischen Brückenbau, der jedoch einige wichtige Lektionen für das Leben bereithalten kann. Wir gehen auf das Vorgehen, die Projektentwicklung, die Aufsicht, die Sicherheit und auch auf das Design von Brücken ein.

Wie nahe darf man in der Schweiz an die Grundstücksgrenze bauen?

Wer ein neues Bauprojekt in Angriff nimmt, der darf während der Planung nicht die Grundstücksgrenzen vergessen. Dies gilt sowohl für Umbauten und Erweiterungen des Eigenheims als auch für die Einfriedung entlang der Grundstücksgrenze. Alle Bauvorhaben müssen die baurechtlichen Bestimmungen einhalten und die gesetzlichen Grenzabstände zu bestehenden Häusern, Grenzvorrichtungen und Bäumen wahren. Doch welche Grenzabstände gelten in der Schweiz, was passiert, wenn diese nicht eingehalten werden und wann lohnt es sich, einen Experten zu kontaktieren?

Holzrost Terrasse: Diese Produkte gibt es für Holzterrassen!

Eine geschlossene Oberfläche aus Terrassendielen ist natürlich hübsch – du findest aber auch Holzböden für die Terrasse im Handel, die Einblicke gewähren und eher wie Holzroste aussehen. Die sogenannten Holzfliesen für den Aussenbereich werden etwas anders verlegt und geben dem Terrassenboden ein apartes Aussehen. Aber welche Holzarten sind dafür überhaupt geeignet? Lassen sich die Holzfliesen reinigen? Und wie sieht es mit dem Holzschutz aus? Das Thema ist komplex – wir haben die häufigsten Fragen zusammengetragen und beantwortet.

Minergie ECO für nachhaltiges Bauen

Minergie ECO ist ein Energiestandard für Gebäude mit hohen ökologischen Ansprüchen. Aufgestellt wurde der Standard von den Vereinen Minergie und eco-bau. Minergie ist dabei zuständig für die Zertifizierung des Labels, während eco-bau den Standard entwickelt hat. Dabei geht es nicht nur um ein umweltfreundliches Wohnen, auch die Wohnqualität steht im Vordergrund. Alles Wissenswerte rund um das Thema Minergie ECO findest du hier.

Gründerzeitmöbel erkennen – die wichtigsten Merkmale der Epoche und des Möbelstils

Überladen, pompös, verspielt, jedenfalls nicht sehr praktisch: Möbel aus der Gründerzeit passen für viele nicht in die heutige Zeit. Für echte Gründerzeitmöbel werden aber zum Teil hohe Preise geboten. An welchen Merkmalen du erkennst, ob du vielleicht selbst noch ein wertvolles Stilmöbel dieser Epoche unter dem Dachboden verwahrst, ohne es zu wissen, erfährst du in diesem Beitrag.