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Balkon anbauen: Infos und Tipps, was bei der Planung zu berücksichtigen ist

Zur Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität, zur optischen Aufwertung und natürlich zur Steigerung des Wertes der Immobilie kann es sich lohnen, einen Balkon nachträglich an das Haus anzubauen. Bevor du die Zeit an der frischen Luft auf deinem neuen Balkon geniessen kannst, solltest du dich aber genau informieren, welcher Aufwand und welche Kosten auf dich zukommen. Wir geben dir hilfreiche Informationen und Tipps, welche Möglichkeiten du beim Balkon-Anbau hast und welche Faktoren du immer berücksichtigen sollest. Ausserdem sagen wir dir, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und ob du in der Schweiz eine Baugenehmigung brauchst.

Warum lohnt es sich vor allem bei einem Mehrfamilienhaus, einen Balkon anzubauen?

Bei Neubauten kommt es nur noch selten vor, dennoch gibt es noch zahlreiche Häuser ohne Balkon. Gerade bei innerstädtischen Wohnungen ist das ein grosses Manko, das eine Vermietung deutlich erschweren kann. Denn viele Menschen wünschen sich innerhalb der eigenen vier Wände einen Balkon, auf dem sie die frische Luft geniessen können. Wer als Hausbesitzer einen Balkon anbaut, kann von einer deutlichen Wertsteigerung seiner Immobilie ausgehen, darüber hinaus lässt sich die Wohnung in der Regel einfacher (und zu einem höheren Preis) vermieten oder auch verkaufen. Hinweis: Bei einem älteren Mehrfamilienhaus, das bereits über einen in die Jahre gekommenen Balkon verfügen, rechnet es sich anstelle einer Balkonsanierung häufig eher, einen neuen Freisitz anzubauen.

Freitragende, Vorstell-, Anbaubalkone: Welche Varianten gibt es bei Balkonen?

Wenn du einen Balkon anbauen willst, hast du die Wahl zwischen den drei folgenden Konstruktionen:

  • Anbaubalkone: Diese Balkonvariante ist freitragend und steht auf vier Stützen. Zusätzlich wird der Anbaubalkon an der Hauswand befestigt.
  • Vorstellbalkone: Auf zwei Stützen steht der Vorstellbalkon, der zudem fest mit der Hauswand verankert ist.
  • freitragende Balkone: Auch als Kragarmbalkon bezeichnet, wird der freitragende Balkon durch einen festen Träger ausschliesslich an der Hauswand befestigt. Zusätzliche Stützpfeiler gibt es nicht. Eine Variante des freitragenden Balkons ist ein Nischenbalkon. Dieser kann in Nischen und Häuserecken eingepasst werden und ist meist vergleichsweise klein.

Die mit Abstand aufwändigste und kostenintensivste Konstruktion ist die des freitragenden Balkons. Ein Statiker ist hier auf jeden Fall notwendig. Diese Variante lohnt sich vor allem dann, wenn es keine Möglichkeiten eines Anbau- oder Vorstellbalkons gibt, zum Beispiel bei Grundstücken in Hanglage oder bei einem unebenen, feuchten Untergrund. Sinnvoll ist diese Variante auch, wenn der Balkon direkt beim Hausbau mit eingeplant wird. Vorstell- und Anbaubalkone lassen sich dagegen vergleichsweise einfach einbauen und eignen sich auch für Wände, die wenig tragfähig sind. Als nachträgliche Konstruktion sind sie ideal. Übrigens: Auch bei einem mehrgeschossigen Mehrfamilienhaus und bei mehreren Balkonen, die direkt übereinander liegen, kannst du nachträglich Vorstell- und Anbaubalkone anbringen und die einzelnen Konstruktionen verbinden.

Benötige ich in der Schweiz eine Baugenehmigung, um Balkone an Häuser anzubauen?

Wenn du einen Balkon nachträglich an ein Gebäude anbauen möchtest, benötigst du in der Schweiz in aller Regel eine Baugenehmigung von der zuständigen Baubehörde deines Kantons. Vor allem freitragende Balkone sind immer genehmigungspflichtig. Die jeweiligen Kriterien, Voraussetzungen und Richtlinien zum Anbau eines Balkons können von Kanton zu Kanton jedoch unterschiedlich sein. Informiere dich daher vorab, was du beachten musst. Beauftragst du einen Fachmann, zum Beispiel einen Architekten oder einen Bauingenieur, übernimmt dieser meist auch das notwendige Antragsverfahren.

Welche Faktoren wie etwa Balkongeländer muss ich beim nachträglichen Anbau beachten?

Bei der Planung eines Balkon-Anbaus solltest du einige wesentliche Faktoren berücksichtigen. Das sind vor allem:

  • Balkongeländer: Das Balkongeländer muss in erster Linie natürlich den Sicherheitsaspekt des Fallschutzes erfüllen. Beachte hier die Vorschriften zur nötigen Bauweise und Höhe. Wer zusätzlich einen Wind- und Sichtschutz wünscht, sollte dies bei der Wahl des Balkongeländers berücksichtigen und eine hohe und massive Konstruktion wählen. Natürlich spielt auch die optische Komponente eine Rolle. Attraktiv und aktuell angesagt sind zum Beispiel (Milch-)Glasgeländer mit einem Rahmen aus Metall.
  • Balkontür: Eine nicht unbedeutende Rolle spielt die Balkontür. Hier hast du die Wahl zwischen Drehkipp- und Drehflügeltüren. Auch Schiebetüren sind eine Option. Stelle dir zudem folgende Frage: Ist ein Durchbruch an der jeweiligen Stelle möglich und wie gross muss dieser sein? Berücksichtige zudem, ob möglicherweise eine Heizung ab- und umgebaut oder ein Fenster versetzt werden muss.
  • Balkongrösse: Natürlich sollte die Grösse des Balkons auch immer in deine Planungen mit einfliessen. Mache dir deshalb vorab Gedanken, wofür du ihn nutzen möchtest und wie viel Platz dafür benötigt wird. Und: Ist eine bauliche Umsetzung deiner Vorstellungen überhaupt möglich?
  • Untergrund: Hinsichtlich des Balkonmaterials hast du die Wahl zwischen der günstigeren Betonvariante und hochwertigeren Konstruktionen aus Stahl und Aluminium.

Was sollten Eigentumsbesitzer beachten, wenn sie einen Balkon anbauen wollen?

Wer in einem Mehrfamilienhaus eine Eigentumswohnung besitzt, kann nicht einfach ohne Weiteres einen Balkon anbauen. Neben der Baugenehmigung ist die schriftliche Zustimmung der Nachbarn beziehungsweise der anderen Eigentümer des Hauses dafür zwingend erforderlich. Grundsätzlich macht es aber auch Sinn, die anderen Eigentümer in die Planungen mit einzubeziehen. Für eine homogene Optik und den hochwertigen Gesamteindruck der Hausfassade ist es definitiv von Vorteil, auch an den anderen Wohnungen einen Balkon anzubauen. Unter Umständen lassen sich bei einem grösseren Projekt in der Summe sogar Kosten sparen.

Wer kann einen Balkon anbauen?

Aufgrund der notwendigen statischen Voraussetzungen, die unter Sicherheitsgesichtspunkten unbedingt erfüllt sein müssen, sowie wegen der aufwändigen Montage, bei dem Fachwissen gefragt ist, sollte ein Balkon nicht in Eigenregie angebracht werden. Ein Balkonbauer, unter Umständen auch ein Statiker, ist für den Anbau des Freisitzes unabdingbar. Sofern bereits eine Balkontür vorhanden ist und du dich für einen Vorstell- und Anbaubalkon entscheidest, ist die fachmännische Montage meist aber relativ zügig und in wenigen Tagen erledigt. Hier hängt es zudem davon ab, ob du dich für einen „Fertigbalkon“ entscheidest oder eine individuelle Lösung wünscht.

Wann ist der optimale Zeitpunkt, einen Balkon nachträglich anzubringen?

Lohnenswert ist ein Anbau grundsätzlich dann, wenn für das Haus eine Wärmedämmung oder eine energetische Sanierung geplant ist. In diesem Fall lassen sich die beiden Massnahmen optimal verbinden. Du hast dann beispielsweise die gute Möglichkeit, die Balkonanschlüsse an der Fassade direkt mit einzuplanen. Die Jahreszeit ist für den nachträglichen Balkonanbau übrigens nicht entscheidend. Im besten Fall entscheidest du dich jedoch für eine Zeit mit geringer Regenwahrscheinlichkeit.

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