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Dachfirst: Was hat es mit dem Firstpunkt und dem Firstband auf sich?

Die verschiedenen Dachformen definieren sich darüber, wie genau die unterschiedlichen Dachflächen angeordnet sind. Aber wo befindet sich der Dachfirst? Welche Funktion hat er und wie wirkt er sich auf die Fassade aus? Das und noch viel mehr gehört zum Themengebiet Architektur. Aber natürlich hängt auch die Dacheindeckung davon ab, wie genau die beiden Dachhälften bei einem Satteldach oder Walmdach gestaltet sind. Und was ist eigentlich mit dem Flachdach? Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Technik, Dachkonstruktion und mehr.

Wie viele Dachformen gibt es?

Es gibt sehr, sehr viele verschiedene Dachformen. In der Schweiz findest du natürlich nur einen Bruchteil aller möglichen Ausführungen, denn nicht alle sind bei den hiesigen klimatischen Bedingungen wirklich sinnvoll. Insbesondere Schneelasten stellen bisweilen eine grosse Herausforderung dar. Damit du eine grobe Vorstellung von den verschiedenen Möglichkeiten bekommst, erklären wir dir hier einige der wichtigsten Dachformen in aller Kürze:

  • Flachdach: Dieses Dach ist begehbar, kann begrünt werden, bietet Platz für eine Dachterrasse und mehr.
  • Mansardendach: Das Mansarddach oder Mansardendach hat eine unten abgeknickte Dachfläche, womit der untere Teil der Dachfläche über eine sehr steile Neigung verfügt, oben dagegen ist das Dach flacher. Dadurch entsteht der nötige Raum für Mansardenwohnungen.
  • Pultdach: Beim Pultdach handelt es sich um eine einzige geneigte Dachfläche. Die obere Kante ist der Dachfirst, die untere Kante die Dachtraufe. An der Firstseite ist die Aussenmauer sehr hoch, das ist die sogenannte Hohe Wand. Es gibt hier Unterarten, die meist verwendete Konstruktion ist ein sogenanntes einseitig geneigtes Pfettendach.
  • Satteldach: Das ist die üblichste Dachform. Beidseitig des Dachfirsts neigen sich die beiden Dachhälften mehr oder weniger steil nach unten. In der Architektur ist diese Dachform seit vielen Jahrhunderten verbreitet, sie ist in ganz Europa üblich und weltweit zu finden.
  • Walmdach: Beim Walmdach gibt es nicht nur auf der Traufseite, sondern auch giebelseitig geneigte Dachflächen. Diese kleinen Dachflächen oberhalb der Giebelseite nennt man Walm.

Welche Dachformen und Dachflächen eignen sich am besten für Photovoltaik?

Generell sind Schrägdächer sehr gut für Photovoltaik-Anlagen geeignet. Welche Form des Schrägdaches du dafür wählst, ob Walmdach, Satteldach oder Pultdach, hängt aber auch von anderen Faktoren ab. Die Neigung deines Daches sollte zwischen 25 Grad und 60 Grad liegen. Die Module deiner Anlage lassen sich so perfekt parallel zum Dach montieren und benötigen keine besondere Aufstellung. Wenn du ein Haus baust, hast du also die freie Wahl. Such dir einen Experten im Bauwesen, der sich mit Photovoltaik-Anlagen auskennt. Idealerweise werden die verschiedenen Experten für nachhaltige Energien, Anlagen und Architektur bereits in der frühen Planungsphase an einen Tisch geholt, sodass dein Haus unter Einbezug aller Aspekte entstehen kann. Solltest du bereits ein Haus besitzen, das nachträglich mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet werden soll, ist das auch kein Problem. Und natürlich ist es auch möglich, eine PV-Anlage auf ein Flachdach zu installieren. Wenn man den Experten glauben darf, hat das sogar Vorteile beim Unterbau:

  • Du kannst den Neigungswinkel der Module optimal ausrichten (beim Schrägdach bist du an den Neigungswinkel des Dachs gebunden).
  • Alle Wartungsarbeiten sind einfach durchführbar, denn auf dem Flachdach kann man sich zwischen den Modulreihen frei bewegen.
  • Die Installation auf einem bestehenden ist ohne Gerüst möglich.
  • Die Module sind hinterlüftet und haben damit eine bessere Kühlung, wodurch sie leistungsfähiger ausfallen.

Nachteile gibt es allerdings auch: Du kannst die Dachfläche zwischen den Modulen nicht mehr nutzen, deine Dachterrasse geht verloren. Möglicherweise wird der Unterbau sehr kostenintensiv, denn die einzelnen Module sind auf dem Flachdach sehr windanfällig. Abrutschender Schnee muss ebenfalls bedacht werden. Und natürlich musst du den Schnee zwischen den Modulreihen entfernen, bevor er die Module verschattet.

Wie wirken sich die Dachformen bei Sturm aus?

Nicht allein die Dachform wirkt sich auf die Sicherheit gegen Sturmschäden aus, sondern auch andere Parameter. Gefährlich für das Dach wird es dann, wenn der Windsog das Eigengewicht des Daches übersteigt. Die für ein sturmfestes Dach relevanten Aspekte sind:

  • Lage: Exponierte Lagen wie Steilhänge beschleunigen den Wind, weil die Luft am Hang nach oben abgedrängt wird. Das gilt in Gebirgslagen nicht immer, hier ist die individuelle Lage zu berücksichtigen.
  • Gebäudehöhe: Gebäude in der Umgebung bremsen den Wind ab. Das gilt aber nur bei niedrigen Gebäuden und in der Ebene.
  • Dachform: Bei Sturm wird die Eindeckung durch den Windsog belastet. Das passiert, wenn eine Dachkante den Wind abbremst und verwirbelt.
  • Dachneigung: Dachneigungen ab 65 Grad erfordern, dass jeder Dachziegel und -stein befestigt werden muss, Kopfklammern reichen nicht aus.
  • Eindeckung: Dachziegel, Betonsteine, Schieferplatten – jede Art der Dacheindeckung bietet dem Windsog eine andere Angriffsfläche.
  • Gliederung: Je stärker die Dachlandschaft in einzelne Dachflächen gegliedert ist, desto mehr Eck- und Randbereiche und damit Angriffsflächen gibt es.

Von der Abdichtung über die genaue Art der Verbindungen von der Eindeckung bis hin zur Gestaltung der Dachkante haben alle Parameter einen Einfluss darauf, ob und wie stark der Wind angreifen kann.

Was ist ein Firstpunkt?

Der Firstpunkt ist bei einem Zeltdach der oberste Punkt des Daches – der First. In diesem Fall nimmt der First nämlich keine längere Kante ein.

Was ist ein Firstband?

Als Firstband bezeichnet man die speziellen Dachziegel, mit denen der First als Schutz gegen Schlagregen und Flugschnee eingedeckt wird. Firstdachziegeln bieten gleichzeitig perfekte Lüftungseigenschaften. Das Firstband ist in der Regel als Hohlziegel oder als Rinnenziegel gestaltet. Unter dem Firstband befindet sich die Firstrolle oder Gratrolle, die das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert.

Welche Dachformen werden in der Schweizer Architektur am häufigsten verwendet?

Wie in anderen europäischen Ländern, wird auch in der Schweiz am häufigsten ein Satteldach verbaut. An zweiter Stelle findest du das Flachdach, auch bei privaten Einfamilienhäusern. Einen Dachboden hat das Flachdach nicht, aber dafür ist die Dachfläche begehbar und auf verschiedene Art und Weise nutzbar.

Wie steil sollte oder darf ein Dach sein?

Das hängt vom Standort und den Umweltbedingungen ab, sowie von deinen Präferenzen. Möglich ist erst einmal alles. Lass dich hierfür einfach von einem kompetenten Architekten beraten.

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