Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Architekten in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Bauherrenberatung – was muss man wissen, wenn man bauen will?

Bauherrenberatung – was muss man wissen, wenn man bauen will?

Ein Hausbau ist eine aufwändige Sache: Vom Wunsch, ein Eigenheim zu besitzen, über die Suche nach dem geeigneten Grundstück, die Planung und die Umsetzung bis zum Einzug vergehen in der Regel viele Jahre. Die Baufinanzierung ist nicht ganz einfach, von der Energieeffizienz über erneuerbare Energien, Standort, Sicherheit und nachhaltige Materialien bis hin zum Design und zum Klima in der Schweiz gibt es beim Neubau einfach unglaublich viel zu beachten. Checklisten aus dem Internet helfen zwar, reichen aber nicht aus. Die Bauherrenberatung soll alle Risiken darlegen: Der Bauherrenberater ist zwar kein Architekt, kann dir aber viele Vorteile verschaffen.

Wozu ist eine Bauherrenberatung gut?

Die Bauherrenberatung ist in erster Linie eine Art Konsumentenschutz für all diejenigen, die selbst eine Immobilie jedwelcher Art bauen wollen. Wenn du dich also mit dem Gedanken trägst, ein kleines Einfamilienhaus für dich und deine Familie zu bauen oder eine neue Produktionsstätte für dein Gewerbe zu errichten, unterstützt dich die Bauherrenberatung in allen wichtigen Belangen. Es gibt zwei Arten der Unterstützung:

  • Beratung: Hier wird eine Bedürfnisanalyse erstellt, die Zielsetzungen werden definiert, die Entscheidungsgrundlagen erarbeitet. Ausserdem werden die Planer evaluiert und der Projektablauf sowie die Bauablauforganisation erstellt.
  • Treuhänderschaft: In diesem Fall überwacht der Bauherrenberater Projekt- und Bauablauf, kontrolliert permanent Kosten und Termine und stellt die Qualität der Arbeiten sicher. Dazu kommen eine Bau- und eine Garantieabnahme.

Der Bauherrenberater ist also der Manager, der sich um das Projekt in der Ausführung kümmert und Kosten, Termine und Verfahren im Auge behält. Trotzdem trägt weiterhin der Bauherr die Verantwortung. Denn es gibt Dinge, die du an den Bauherrenberater nicht delegieren kannst:

  • Beauftragung der Planer und Unternehmer
  • Projektgenehmigung
  • Projektänderungen

Sind Bauherrenberater Architekten?

Nein, Bauherrenberater sind in der Regel keine Architekten. Es handelt sich hierbei um unabhängige, externe Berater, die dir zusätzlich zu Architekten, Fachleuten für die Energieberatung und weiteren Experten zur Verfügung stehen. Das Berufsbild ist ein wenig schwer zu fassen, denn tatsächlich erfüllen Bauherrenberater Aufgaben aus dem Fachbereich der Juristen, erbringen aber nicht deren Leistungen. Sie müssen die Kenntnisse und Fähigkeiten von Betriebswirtschaftlern haben, erfüllen aber auch deren Berufsbild nicht. Und natürlich müssen sie sich wie Architekten mit Materialien, Statik, Bauweisen und allen Implikationen des Bauens auskennen – sie arbeiten aber nicht als Architekten. Sogar die Kenntnisse von Ingenieuren und Facility Managern sind in der Bauherrenberatung gefordert, obwohl hier keine Ingenieurleistungen erbracht werden. In der Bauherrenberatung sind Menschen tätig, die einen Hochschulabschluss im Bereich Bauingenieurwesen oder Architektur haben und sich kontinuierlich in allen geforderten Bereichen fortbilden. Auch Sachverständige für Gebäudeschäden und Experten für Baurecht können in der Bauherrenberatung tätig sein.

Wie helfen Bauherrenberater bei der Planung und der Baufinanzierung?

Schon vor der Planung deiner Immobilie kann dir der Bauherrenberater helfen, die finanzielle Machbarkeit deines Projekts zu überprüfen und zu optimieren sowie finanzielle Möglichkeiten zu finden. Zwar wirst du immer noch deine eigenen Vorstellungen und Geld mit in die Bauherrenberatung bringen müssen, aber eine Kostenprognose und eine fundierte Beratung in Sachen Baufinanzierung darfst du erwarten. Bei der Planung unterstützt dich die Bauherrenberatung insofern, als sie die Standorte von Immobilien bewertet, Projekte beurteilt, bei der Entwicklung von Strategien mithilft und sogar die Anforderungen an gewerbliche wie auch private Immobilien, Wohnhäuser wie auch Produktionsstätten kennt. Die Verantwortung übernimmst immer noch du als Bauherr – aber du weisst nach einer fundierten Beratung, was genau auf dich zukommt.

Warum begleitet die Bauherrenberatung über die Planung hinaus auch beim Bauen?

Die Bauherrenberatung hilft dir beim Aufsetzen von Verträgen, bei der Kontrolle von Terminen und Arbeitsleistungen und schaut der Hausbaufirma ganz genau auf die Finger. Bis hin zur Qualitätssicherung und zur Bauabnahme kann die Bauherrenberatung sehr viele Aufgaben für dich übernehmen.

Wie funktioniert die Qualitätssicherung bei der Bauherrenberatung?

Bauherrenberatung muss immer unabhängig und extern erfolgen. Das bedeutet: Die Angestellten der Bauherrenberatung beziehungsweise die freiberuflichen Mitarbeiter dürfen in keiner Art und Weise mit einer Hausbaufirma, Architekten oder Finanzdienstleistern verbunden sein. Sie stehen ausschliesslich bei der Bauherrenberatung unter Vertrag und dürfen von den anderen am Bau beteiligten Parteien keine Gelder beziehen. Ob deine Bauherrenberatung auch noch intern irgendwelche Standards zur Qualitätssicherung hat, musst du dort selbst erfragen.

Was leistet die Bauherrenberatung?

Die Aufgaben der Bauherrenberatung sind vielfältig. Abhängig davon, was gefordert ist und wie die Qualifikation deines Bauherrenberaters aussieht (auch hier gibt es spezialisierte ebenso wie sehr breit gebildete Berater), fallen diese Aufgaben in das Fachgebiet:

  • juristische Beratung: Gesetze und Verordnungen bezüglich des Baus müssen eingehalten werden. Hier geht es um Bewilligungsverfahren, Rechte und Pflichten, um Verträge und Offerten.
  • finanzielle Beratung: Ist ein Projekt überhaupt finanziell realisierbar? Wie sieht die Kostenprognose aus? Welche Aufwendungen und Investitionen stehen an? Gibt es Hypotheken? Auch die Kostenkontrolle fällt in dieses Gebiet.
  • bauliche Beratung: Der Standort und die Region werden genauso bewertet wie das Projekt selbst. Eine Projektkontrolle ist wichtig. Bauunterlagen und Pläne werden einer sorgfältigen Prüfung unterzogen. Der Bauherrenberater kennt sich mit Material und Bauweise aus, kann die Qualitätssicherung und die Bauabnahme gewährleisten und sorgt im Rahmen der Baubegleitung dafür, dass jeder Vertrag und jeder Termin eingehalten wird.
  • nutzungsoptimierte Beratung für Grossprojekte: Von der Strategieentwicklung über die Gebäudeentwicklung bis hin zum Energiemanagement ist der Bauherrenberater in diesem Fall für alles da. Abhängig davon, welche Beratung du benötigst, ist entweder ein einzelner Bauherrenberater für dich und dein Projekt da, oder die Bauherrenberatung stellt verschiedene Fachleute für dein Projekt ab, die sich miteinander vernetzt um alles kümmern.

Ist die Bauherrenberatung auch bei der Sanierung von Immobilien sinnvoll?

Auch bei einer Sanierung kann eine Bauherrenberatung hilfreich sein. Denn eine Sanierung macht nur dann Sinn, wenn sich die Immobilie später noch auszahlt – von der Energieberatung über Materialien und Handwerksleistungen bis hin zu Prüfungen und Abnahme kommen viele Kosten auf dich zu. Ist ein Projekt von Anfang an nicht sehr aussichtsreich, wird dir das die Bauherrenberatung auch sagen. Ausserdem sind auch bei einer Sanierung Gesetze und Verordnungen zu beachten, Verträge müssen aufgesetzt, Termine und Kosten kontrolliert werden. Das alles sind Aufgaben, die die Bauherrenberatung für dich übernehmen kann.

Der Architektvergleich für die Schweiz. Finde die besten Architekten in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Pfusch am Bau – mögliche Vorgehensweisen bei Baumängeln

Baupfusch ist ein ärgerliches Thema. Als Bauherr solltest du alles daransetzen, Baumängeln vorzubeugen, denn andernfalls kommt es schnell zu folgeschweren Problemen und oft einem langwierigen Rechtsstreit. Baupfusch besteht darin, dass ein Handwerksunternehmen die vereinbarten Leistungen nicht ordnungsgemäss erbringt, weil es zum Beispiel zu schnell, mit schlechten Materialien oder ohne Sachkenntnis arbeitet. So kommt es vor, dass du mit Feuchtigkeit an den Wänden, Löchern im Keller oder anderen Problemen zu kämpfen hast. In diesem Beitrag erfährst du mehr über das Thema Pfusch am Bau und welche Möglichkeiten du als Bauherr hast, wenn du Fehler entdeckst.

Jugendstilhäuser: Detailverliebte Fassaden mit natürlichen Elementen

Jugendstilhäuser ziehen vor allem mit ihrer detailverliebten Fassade die Blicke auf sich. Die geschwungenen Linien und Formen wirken ausgesprochen harmonisch, während die Tier- und Pflanzenmotive den Häusern einen Hauch von Verspieltheit verleihen. Nachfolgend erfährst du, was es mit dem Jugendstil auf sich hat und welche Eigenschaften diese Kunstrichtung auszeichnen. Auch wenn du einen einzelnen Raum oder deine gesamte Wohnung im Jugendstil gestalten möchtest, findest du hier viele wertvolle Tipps und Hilfestellungen für dein Projekt.

Böschungssicherung: Mittel und Methoden zur effektiven Befestigung

So manch eine natürliche Kraft ist einfach stärker als der Mensch. Die Schwerkraft etwa lässt sich nicht besiegen, aber man kann ihre Auswirkungen eingrenzen. Genau das wird bei der Böschungssicherung getan. Der Begriff bezeichnet die Hangsicherung, zum Beispiel beim Bau von Häusern in Hanglagen oder beim Bau von Strassen in hügeligem Gelände. Um in diesen Lagen zu vermeiden, dass die Erdmassen eines Hangs durch die natürliche Erosion oder durch Niederschläge ins Rutschen kommen und den Baugrund oder die Gebäude beschädigen könnten, kann man verschiedene Möglichkeiten zur Befestigung und Böschungssicherung nutzen.

Expropriation: Definition, Infos und Tipps der Enteignung von Grundstücken

Die Erfahrung möchte wohl kein Grundstücksbesitzer machen. Dennoch kann es passieren, dass der Staat zumindest einen Teil des privaten Grund und Bodens enteignet und für seine Zwecke, also für das öffentliche Interesse, verwendet. Die Rede ist in diesem Fall von einer Expropriation. Was diese genau bedeutet, welche rechtliche Grundlage es dafür gibt und welche Gründe sie rechtfertigen, erklären wir dir in unserem informativen Ratgeber. Ausserdem erfährst du, welche Entschädigungsleistung der Staat im Falle einer Enteignung zahlt und was passiert, wenn sich der Besitzer nicht enteignen lassen will.

Terrasse dekorieren – So geht’s richtig!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Terrasse zu dekorieren. Gartenmöbel gehören auf jeden Fall dazu, und auch Pflanzen und Laternen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Mit der einen oder anderen Dekoidee für die Terrassengestaltung verwandelt sich der Freisitz in ein attraktives Open-Air-Wohnzimmer. Alles über die passende Terrassendekoration erfährst du im folgenden Artikel.

Grundbucheintrag – Register über dingliche Rechte an Grundstücken

Das Grundbuch ist eines der wichtigsten Dokumente im Schweizer Recht. Es handelt sich um das Verzeichnis aller Grundstücke und deren Besitz- und Eigentumsverhältnisse. Hierdurch wird das Grundeigentum gesichert. Als Immobilienbesitzer solltest du sichergehen, dass du korrekt im Grundbuch eingetragen bist. Schon vor dem Kauf deiner Immobilie ist es wichtig, dich darüber zu informieren, welche Grundbucheinträge vorhanden sind. Denn manchmal sind noch Altlasten vorhanden oder bestimmte Rechte und Pflichten sind eingetragen, die du als neuer Besitzer beachten musst. In diesem Beitrag erfährst du mehr über die wichtigen Inhalte des Schweizer Grundbucheintrags.