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Böschungssicherung: Mittel und Methoden zur effektiven Befestigung

Böschungssicherung: Mittel und Methoden zur effektiven Befestigung

So manch eine natürliche Kraft ist einfach stärker als der Mensch. Die Schwerkraft etwa lässt sich nicht besiegen, aber man kann ihre Auswirkungen eingrenzen. Genau das wird bei der Böschungssicherung getan. Der Begriff bezeichnet die Hangsicherung, zum Beispiel beim Bau von Häusern in Hanglagen oder beim Bau von Strassen in hügeligem Gelände. Um in diesen Lagen zu vermeiden, dass die Erdmassen eines Hangs durch die natürliche Erosion oder durch Niederschläge ins Rutschen kommen und den Baugrund oder die Gebäude beschädigen könnten, kann man verschiedene Möglichkeiten zur Befestigung und Böschungssicherung nutzen.

Welche Verfahren gibt es für die Böschungssicherung?

Ja nach Beschaffenheit des Untergrunds und der örtlichen Gegebenheiten kommen im Tiefbau unterschiedliche Methoden für die Böschungssicherung zum Einsatz. Die bekanntesten Produkte in diesem Zusammenhang sind:

  • Trockenmauern
  • Erosionsschutzmatten
  • Faschinen
  • Palisaden
  • Gabionen
  • Weidenrutengeflechte
  • Geokunststoffe

Nicht alle dieser Methoden sind unter allen Gegebenheiten gleichermassen empfehlenswert. Vor der Einleitung von Massnahmen zur Böschungssicherung müssen immer eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden.

Welche Sicherung eignet sich am besten?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei jeder Böschungssicherung sollte die Planung möglichst von Fachleuten übernommen werden, die im Angesicht der örtlichen Bedingungen die passenden Materialien und Methoden benennen können. Bei der Analyse spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören unter anderem:

  • Neigungswinkel des Hangs
  • Beschaffenheit des Bodens
  • gegebenenfalls notwendiger Rückbau oder Weiternutzung bestehender Böschungssicherungen
  • Häufigkeit und Intensität von Niederschlägen in der Region

Ausser diesen praktischen und technischen Betrachtungen spielen häufig auch ästhetische Überlegungen und die Gestaltung des eigenen Grundstücks eine wichtige Rolle für die Bauherren.

Wann ist eine Böschungssicherung sinnvoll?

Auch hierzu gibt es keine allgemeingültige Antwort. Ein eher flacher Hang auf oder neben dem Grundstück muss nicht zwingend zum Einbau einer Böschungssicherung führen, doch auch geringe Mengen Erde können unter den richtigen Bedingungen ins Rutschen geraten und zum Beispiel auf die Terrasse rutschen. Ausserdem solltest du beachten, dass eine Böschungssicherung immer auch eine Form des Hochwasserschutzes ist. Wenn das Wasser am Hang bereits versickern kann, weil dort geeignete Bewehrungselemente vorhanden sind, dann sammelt es sich nicht am Fuss des Abhangs und kann dort nicht für Schäden am oder im Gebäude sorgen.

Wie wirken Erosionsschutzmatten für die Böschungssicherung?

Erosionsschutzmatten sind eine wirksame und weit verbreitete Möglichkeit der Böschungssicherung. Sie werden auf den Hang aufgelegt und mit Saatgut bestückt. Im Laufe der Zeit verwächst sich die neue Bepflanzung mit dem Untergrund, wobei sie zusammen mit dem Gitter, in das sie eingesetzt ist, fest am Platz verwurzelt. Das festigt den Boden und macht ihn zugleich durchlässig für Niederschläge, die damit nicht zum Fuss des Abhangs gelangen, sondern im Erdreich versickern. Erosionsschutzmatten bestehen aus natürlichen Fasern, die mit der Zeit zu einem zusammenhängenden Teppich verwachsen. Es gibt auch Matten aus Kunststoff, genauer aus Polypropylen. Dieses Material hat den Vorteil, dass es unempfindlich gegenüber ausgebrachten Pflanzenschutzmitteln und gegen den Befall durch Mikroorganismen ist.

Was sind Faschinen und wie funktionieren sie?

Das Wort „Faschine“ stammt vom lateinischen Begriff für Bündel. Diese Bündel bestehen aus Reisig oder aus Zweigen, die zwischen Pflöcke gelegt werden. Sie werden so auf dem Boden des Hanges platziert, dass sich ein rautenförmiges Muster ergibt. Anschliessend wird das Ganze mit Erde bedeckt. Damit ergibt sich ein fester Verbund zwischen den unteren Erdschichten und der oberen Schicht, mit dem die Erosion des Hanges verhindert wird. Faschinen sind ein so bewährtes Verfahren, dass sie sogar als Hochwasserschutz entlang von Fliessgewässern oder zur Stabilisierung des Strandes an der Meeresküste eingesetzt werden.

Welche anderen Produkte können für die Böschungssicherung eingesetzt werden?

Das Problem mit Erosion und rutschenden Abhängen besteht bereits seit langer Zeit und so haben sich schon viele Generationen mit Verfahren zur Hangsicherung beschäftigt. Dennoch sind nur wenige wirklich neue Produkte für diese Aufgabe entwickelt worden, was wohl daran liegt, dass die bestehenden Verfahren bereits gut funktionieren. Recht neu ist die Idee, Gabionen einzusetzen. Das sind Gitterkörbe aus rostfreiem Stahl, die mit Steinen gefüllt werden. Bei dieser Vorgehensweise ist der Ablauf des Wassers weiterhin möglich und die Gabionen können zugleich einen Sichtschutz darstellen. Ebenfalls noch recht neu ist die Nutzung von Erosionsschutzmatten aus Kunststoff. Diese Produkte werden oft bei steilen Hängen eingesetzt.

Welches sind umweltfreundliche Methoden für die Böschungssicherung?

Keine der von Landschaftsarchitekten verwendeten, gängigen Methoden zur Böschungssicherung greifen übermässig in das ökologische Gleichgewicht ein. Gabionen, Palisaden oder Pflanzkästen aus Beton, die ebenfalls gelegentlich zur Stützung von Abhängen benutzt werden, sind zwar kein natürliches Element, stellen aber weder für Pflanzen noch für Tiere ein unüberwindbares Hindernis oder eine Gefährdung dar. Eine gute, ökologische Alternative ist eine Trockenmauer. Diese bieten eine gute Böschungssicherung und zugleich wertvollen Rückzugsraum für viele kleine Lebewesen.

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