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Atriumhaus: Ursprung, Vor- und Nachteile sowie Tipps für den Hausbau

Ein Atriumhaus zeichnet sich durch seine ganz besondere Architektur aus, denn dieser Haustyp hebt sich von gewöhnlichen Einfamilienhäusern ab. Im inneren Teil des Hauses liegt ein zentraler Hof, der als Schnittstelle für den gesamten Wohnraum fungiert. Wer sich jedoch für diese aussergewöhnliche Bauweise entscheidet, muss einige wichtige Punkte beachten. Wir fassen zusammen, welche Vor- und Nachteile ein Atriumhaus aufweist, wo es ursprünglich herkommt und was du vor dem Kauf oder Hausbau beachtest.

Wodurch zeichnen sich Architektur und Wohnraum eines Atriumhauses aus?

Die Architektur eines Atriumhauses zeichnet sich in erster Linie durch den zentralen Innenhof aus: Dieser Bereich bildet die Mitte des Hauses. Hier befindet sich die Öffnung des Dachs, die als besonders typisch für Atriumhäuser gilt. Den Innenhof nutzt du beispielsweise als Garten oder Terrasse, für einen Teich, als zentrale Sammelstelle und Erweiterung des Wohnraums oder gar für eine private Schwimmanlage. Atriumhäuser findest du heute vorwiegend als öffentliche Gebäude, obwohl auch Privatpersonen sich unter bestimmten Bedingungen für diese besondere Bauweise entscheiden, die aufgrund ihrer Architektur heute oft als alternative Wohnform bezeichnet wird.

Welchen Ursprung haben Atriumhäuser?

Die ersten Atriumhäuser weisen nicht die typische Geradlinigkeit auf, wie es heute bei den meisten Häusern mit zentralem Innenhof der Fall ist, sondern eine runde Bauform. Der Begriff Atriumhaus beschreibt dabei in der Regel die typisch römischen Häuser, die in der Antike eine der wichtigsten Bauformen darstellen: Es gab meist einen Innenhof mit offenem Dach und Säulen, auch bekannt als Portika, die eine zusätzliche Überdachung trugen. Säulen und Überdachung waren dafür gedacht, den Innenhof bei Regen nicht überqueren zu müssen und trockenen Fusses den anderen Eingang des Gebäudes zu erreichen.

Welche Vorteile bietet mir ein Atriumhaus mit offenem Dach?

Folgende Vorteile weist ein Atriumhaus auf:

  • Ebenerdige Bebauung ermöglicht Barrierefreiheit: Die meisten Atriumhäuser bieten eine ebenerdige Wohnfläche, sodass es sich um Übergänge ohne Treppen und Barrieren handelt. Damit eignet sich das Atrium auch problemlos als Wohnform für Menschen und Familien mit Handicap sowie Senioren.
  • Die Privatsphäre ist besser geschützt als bei anderen Bauformen: Während viele Eigentümer mit grundstücksnahen Grenzen zum Nachbargarten zu kämpfen haben, entfällt dieses Problem bei Atriumhäusern. Der Garten eröffnet sich nach innen, was eine geschützte Privatsphäre ermöglicht.
  • Bewohner profitieren von offenen Räumen und viel Tageslicht: Tiefe Verglasungen auf der Innenseite der Räume, die zum Innenhof liegen, ermöglichen eine hohe Wohnqualität. So profitierst du von lichtdurchfluteten Räumen, die optisch offen und freundlich wirken.

Welche Nachteile hat ein Atriumhaus?

Mit folgenden Nachteilen musst du rechnen, wenn du dich für ein Atriumhaus entscheidest:

  • Nur als ebenerdige Bauform geeignet: Das Atriumhaus zeichnet sich durch den natürlichen Lichteinfall aus. Deshalb eignet sich eine mehrstöckige Bauweise weniger für diesen Häusertyp, weil höhere Gebäude den zentralen Innenhof verdunkeln. Eine bauliche Umgestaltung ist deshalb schwierig.
  • Die Kosten für Planung und Bau sind insgesamt höher: Atriumhäuser zeichnen sich durch einen höheren Planungsaufwand aus und du benötigst in der Regel mehr Grundstücksfläche und damit mehr Platz zum Bauen, verglichen mit anderen Häusertypen.
  • Die Heizkosten spielen eine wichtige Rolle: Atriumhäuser benötigen eine doppelte Dämmung. Das bedeutet: Du dämmst nicht nur die Aussenwände zur Strasse hin, sondern auch den Bereich des Innenhofs. Wer auf eine fachgerechte Dämmung der Verglasungen verzichtet, muss mit Wärmeverlust rechnen.

Welche Standorte eignen sich für Atriumhäuser?

Viele Architekten und Bauprofis empfehlen sonnige Standorte für den Bau eines Atriums, da sich der Innenhof so optimal und das ganze Jahr über nutzen lässt. Die Fläche weist idealerweise eine ebene Form auf. Hierbei gilt: Auch Steilhänge stellen für den Bau eines Atriumhauses nicht zwingend ein Problem dar, denn für solche Fälle eignet sich zum Beispiel ein Betonkeller als Basis und Nebenfläche. Beachte jedoch die zusätzlichen Kosten für den Keller.

Was muss ich bei den Heizkosten für Atriumhäuser mit Glas beachten?

Häufig lohnt es sich speziell bei Atriumhäusern, in eine hochwertige Dämmung zu investieren, da sich diese Bauform durch den Einsatz von viel Glas auszeichnet. Herkömmliches Glas bietet keinen ausreichenden Lärm- und Wetterschutz, weshalb du dich zum Beispiel für ein robustes Einscheibensicherheitsglas entscheidest. Unser Tipp: Lass dich dafür am besten von einem Profi beraten, um mögliche Mehrkosten einzukalkulieren.

Worauf muss ich bei der Einrichtung und Belichtung eines Atriumhauses achten?

Ein grosser Vorteil von Atriumhäusern besteht darin, dass du vom natürlichen Tageslicht profitierst. Achte deshalb beim Bau auf eine maximale Belichtung der Zimmer durch Tageslicht und entscheide dich zum Beispiel für komplett verglaste Zimmer nach innen zum Hof. Sichtschutz und Privatsphäre bieten passende Jalousien. Unsere Tipps für die Einrichtung:

  1. Grünflächen im Innenhof schaffen eine natürliche und naturnahe Atmosphäre.
  2. Platziere grosse Möbel möglichst weit weg von den Verglasungen, damit das natürliche Licht die Zimmer durchflutet.
  3. Atrium-Fertigbauhäuser stellen eine kostengünstigere Alternative zu einem individuellen Bau dar. Denke deshalb über diese Variante nach, falls du dir den Traum vom Atriumhaus erfüllen möchtest, dein Budget jedoch nicht ganz für das Vorhaben reicht.

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