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Jugendstil Architektur – alles über eine spannende Epoche der neuen Kunst

Mit dem Begriff „Jugendstil“ ist ein Stil in den Bereichen Kunst, Architektur und Dekoration gemeint. Dieser war in den 1880er Jahren bis hin zum Beginn des Ersten Weltkriegs sehr beliebt. Ursprünglich kam diese Kunstrichtung aus Deutschland und Österreich, aber sie verbreitete sich schnell nach Paris und in andere europäische Länder. Bis heute gibt es viele Gebäude im Jugendstil. Auch Textilien, Schmuck, Glas, Metallkunst, Keramik, Mosaiken, Kunstwerke und Elemente der Innenarchitektur vieler Gebäude weisen die klassischen Eigenarten des Jugendstils auf. Wichtigste Inspiration der Künstler waren natürliche Formen und Farben sowie fliessende Muster. Hier erfährst du mehr zu den Eigenarten des Stils.

Was ist der Jugendstil?

Der Jugendstil wurde in den 1880er Jahren in Wien geboren. Damals schlossen sich 19 Künstler zur Gruppe „Wiener Sezession“ zusammen. Sie wollten sich von der herkömmlichen Kunst abgrenzen und taten dies auch räumlich: Bis heute ist das Sezessionshaus in Wien eines der bekanntesten Gebäude des Jugendstils. Der Stil ist ein Gesamtkunstwerk. Sowohl Gebäude als auch deren Innenausbau sollen wie aus einem Guss dem gleichen Stil entsprechen. Zudem sind die Grundprinzipien des Jugendstils in vielen weiteren Kunstarten zu erkennen. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 endete der Jugendstil. Ein wichtiges Prinzip der Epoche bestand daran, die Funktion eines Gebäudes in seiner Gestaltung widerzuspiegeln. Verspielte Formen, aber auch viele praktische Elemente in der gleichen Stilrichtung zeichneten so auf einen Blick aus, ob es sich bei einem Bauwerk um ein Kaufhaus, ein Büro- oder ein Wohngebäude handelte.

Wie sieht der Jugendstil in der Architektur aus?

Besonders bekannt ist die Jugendstil-Architektur. In den etwa 35 Jahren seiner Existenz war der Jugendstil der wichtigste Trend in der Architektur, weshalb zahlreiche Gebäude aus diesen Jahren eindeutige Merkmale der Stilrichtung aufweisen. Du kannst den Jugendstil durch seine schwungvollen Elemente erkennen. Formen wie Wellen, Pflanzen, Symbole und Ranken bringen natürliche Bestandteile in die Architektur. In Zeiten der rasanten Industrialisierung war es den Künstlern wichtig, in Architektur und anderen Bereichen die Pflanzenwelt und die Natur zu beschwören.

Welche Formen und Motive sind im Jugendstil besonders wichtig?

Die Künstler des Jugendstils waren stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Sie wollten neue Formen erschaffen und setzten dabei auf sehr ästhetische, teils verträumte, Farben und Formen. Die folgenden Merkmale helfen dir dabei, Jugendstil-Architektur zu erkennen:

  • Üppige Schnörkel
  • Ausladende Dekorationen
  • Verzierungen
  • Filigrane Möbel mit viel Dekoration
  • Geschwungene und fliessende Linien
  • Blumen- und Tiermotive
  • Dekorative Flächen
  • Frauenmotive (zarter Teint, wallendes Haar mit Blumenschmuck, leuchtende und fliessende Gewänder in kräftigen Farben)

Ideale wie Harmonie und Schönheit finden sich auch in den Farben des Jugendstils. Bekannte Künstler, die diese oft kräftigen Farben genutzt haben, sind Gustav Klimt, Antonio Gaudí, Otto Wagner, Peter Carl Fabergé und Louis Comfort Tiffany.

Welche Merkmale zeichnen die Epoche aus?

Nicht nur die Architektur, sondern auch viele weitere Kunstwerke aus dem Jugendstil sind variantenreich und eigenwillig. Moderne Elemente waren typisch, aber auch historische Darstellungen sowie Elemente der Ingenieurbaukunst spielten eine wichtige Rolle. Im Jugendstil lassen sich die florale und die geometrische oder abstrakte Richtung voneinander unterscheiden. In beiden Richtungen liessen sich die Künstler von Formen aus der Natur inspirieren. Sie dekorierten Flächen, erstellen Ornamente und nutzten dabei gern wertvolle Materialien und feine Rahmen. Das Ziel bestand stets darin, Architektur, Kunsthandwerk und Kunst zu einem einheitlichen Gesamtkunstwerk zu kombinieren, wobei die dekorative Schönheit bei der Gestaltung stets im Vordergrund stand.

Wie erkenne ich, ob mein Haus im Jugendstil erbaut wurde?

Um zu ermitteln, ob dein Haus den Kriterien des Jugendstils entspricht, solltest du zunächst ermitteln, wann es gebaut wurde. Baudaten zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem frühen 20. Jahrhundert (in etwa 1880 bis 1914) sind ein erster Hinweis auf den Jugendstil als Architektur. Dann solltest du dir die Fassade des Gebäudes anschauen. Sind dort dekorative Elemente zu erkennen? Du kannst über viele Gebäude auch in den Bauplänen sowie bei der Gemeinde oder Stadt mehr erfahren. Im Zweifelsfall lässt du dich am besten von einem Architekten oder Kunsthistoriker beraten.

Sind Jugendstil und Gründerzeit identisch?

Historisch gesehen sind die Gründerzeit und der Jugendstil nicht identisch, da die Gründerzeit dem Jugendstil in der Entstehung vorausgeht. Bei der Gründerzeit handelt es sich um eine Entwicklung im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn, die mit der Industrialisierung begann und etwa mit dem Börsenkrach von 1873 endete. In dieser Zeit gab es viele Neugründungen und ein wirtschaftliches Hoch, das unter anderem den französischen Reparationszahlungen zu verdanken war. In der Kunstgeschichte und der Architektur ist mit der Gründerzeit jedoch meist die Epoche von 1870 bis 1914 gemeint, sodass der Jugendstil dazugezählt werden kann. Es hängt also davon ab, um welches Thema es geht.

Ist der Jugendstil als Stilrichtung auch in anderen Ländern verbreitet?

Besonders verbreitet ist der Jugendstil in Deutschland und in Österreich. Aber auch in der deutschen Schweiz sowie in den Berg- und Kurorten findest du berühmte Gebäude und Möbel. Das Zentrum des Jugendstils war die industrielle Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds. In anderen Ländern findest du den Jugendstil unter diesen Begriffen in der Kultur:

  • Art Nouveau
  • Secessionsstil
  • Modernisme
  • Modern Style
  • Stile Floreale

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