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Römische Säulen: Spielen die Säulenordnungen für Haus und Garten heute noch eine Rolle?

Römische Säulen: Spielen die Säulenordnungen für Haus und Garten heute noch eine Rolle?

Korinthische Säulen, römische Säulen, dorische Säulen – was ist das alles? In der Kunstgeschichte werden die verschiedenen Formen antiker Säulen in Kategorien gefasst. Aber spielen die Säulenordnungen heute noch eine Rolle? Säulen findest du in der Architektur natürlich immer noch – aber sie sind längst nicht mehr immer im klassischen Design gehalten. Und natürlich kennt nicht nur die Baukunst Säulen: Auch beim Bau von Möbeln und im Design von Gebrauchsgegenständen sind sie wichtig. Alles Wissenswerte zum Thema „Römische Säulen“ haben wir hier zusammengestellt.

Was sind Säulenordnungen?

Um die Geschichte der Architektur zu ordnen, ist es üblich, sie in Gliederungssysteme zu verpacken. Wir unterscheiden heute fünf klassische Säulenordnungen, die uns helfen, die antike und neuzeitliche Architektur zu systematisieren. Der Begriff der Ordnung wird in der Baugeschichte grundsätzlich für ein System von vertikalen Bauelementen mit einer Basis und einem Kapitel gebraucht. Pfeiler und Stützen werden von den Säulenordnungen also nicht erfasst. Ausschlaggebend ist für die Säulenordnungen das Verhältnis der Säule zum Gebälk, also die Art und Weise, wie die Säule einen Bezug zwischen den einzelnen Baugliedern herstellt. Die fünf Säulenordnungen bauen aufeinander auf, so nimmt man jedenfalls seit der Renaissance an. Im Gesamtbild ergeben sie die Darstellung einer hierarchisch geordneten Welt.

Welche Kategorien von Säulen gibt es?

Säulen wurden in der Antike als Bauelemente genutzt. Sowohl in der Architektur der Griechen als auch bei römischen Bauwerken spielten sie eine wichtige Rolle. Die Architektur folgte dabei grundsätzlich Regeln, sodass die griechischen Stämme sich auch in ihrer Bauweise deutlich voneinander abgrenzten. Wenn du heute von der dorischen Ordnung und von der ionischen Ordnung liest, weisst du sofort:

  • Die dorische Ordnung findest du in der Architektur des griechischen Festlandes und von Grossgriechenland sowie in dorischen Siedlungsgebieten wie Rhodos.
  • Die ionische Ordnung findest du bei Bauwerken im kleinasiatischen Ionien, auf den Inseln der Ägäis und in Attika.
  • Die korinthische Ordnung entwickelte sich erst gegen Ende des fünften Jahrhunderts vor Christus und basiert auf der Entwicklung des korinthischen Kapitells.

Das sind die drei Hauptordnungen. Vitruv unterschied diese sowie einige Nebenordnungen. Allerdings sprechen wir heute von fünf klassischen Säulenordnungen:

  • toskanische Ordnung oder Rustika-Ordnung (auch als etruskische Ordnung bezeichnet)
  • dorische Ordnung (es gibt auch eine römische Abwandlung davon)
  • ionische Ordnung (wird in Varianten für Attika, Kleinasien und Rom unterteilt)
  • korinthische Ordnung (siehe oben)
  • komposite Ordnung (ein Hybrid von korinthischer und ionischer Ordnung)

Die drei bereits weiter oben erwähnten Ordnungen sind der klassischen Architektur Griechenlands zuzuordnen, während die toskanische Ordnung und die komposite Säulenordnung der etwas späteren klassisch-römischen Architektur entstammen.

Welche Säulenordnungen gehören zu welcher Epoche und welchem Stil?

Die dorische, die ionische und die korinthische Säulenordnung sind dem siebten bis fünften Jahrhundert vor Christus zuzurechnen, während die toskanische und die komposite Säulenordnung etwas jünger sind. Letztere waren Entwicklungen der klassisch-römischen Architektur, die sich einiges aus der griechischen Baukunst abschaute und um den eigenen Geschmack ergänzte. Mit der Romanik führte man die Säulenordnungen der Antike nicht weiter, sondern verbaute erst einmal sehr viel weniger Säulen. Ausserdem trugen die Säulen jetzt Bögen oder Bogensegmente, seltener ein Gebälk. Der Durchmesser der Säule vergrösserte sich im Verhältnis zu ihrer Höhe, dadurch erwecken die Säulen jetzt einen etwas gestauchten Eindruck. Bis in die Gotik hinein zeigen die Säulen allerdings oft noch ein ausgebildetes Kapitell und einen Fuss, vielfach kommen sie in freier Interpretation aus der korinthischen Ordnung. In der Hochgotik verdrängen Bündelpfeiler die Säulen: Die können bis zum Boden geführt werden. Mit der Renaissance wurden die Säulenordnungen jedoch wieder wichtig: Sie belebten die zeitgenössische Diskussion in der Architektur. Neue Regeln wurden formuliert:

  • Die Säule musste im Zusammenhang mit dem Gebälk darüber gesehen werden.
  • Man unterschied, ob die Säule ein freistehendes tragendes Element oder in eine Wand eingebunden war.
  • Die Bestandteile der Säule wurden auf Schaft, Kapitell und Basis festgeschrieben.
  • Das Gebälk wurde in Gesims, Fares und Architrav aufgeteilt.
  • Auch das Postament der Säule musste aus drei fest definierten Teilen bestehen.

Man machte sich Gedanken über die Verhältnisse und fand feste Formeln für die Proportionen der antiken Säulenordnungen. Im Klassizismus schliesslich berief man sich wieder ausschliesslich auf die älteren Vorbilder und veränderte die Säulenordnungen nicht weiter. Im Historismus kamen neue Materialien in Mode, die die Bautechniken veränderten, aber keine Folgen für die Formensprache der Säulen hatten. Wirklich aufgebrochen wurden die alten Säulenordnungen erst auf dem Weg in die Moderne, als die Materialien anfingen, die Formen neu zu definieren.

Wo finde ich eine Säule in schönem Design für meinen Garten?

Säulen sind immer noch ein Blickfang: Als Stützen im Säulenregal, als Halter für Blumentöpfe im Garten und sogar im Wohnraum sind sie einfach toll. Du suchst Säulen oder Säulentrommeln, die du dekorativ aufstellen kannst? Säulentrommeln und an antike Vorbilder angelehnte Säulen stellen Steinmetze bisweilen noch her. Im Baumarkt findest du hin und wieder solche Stücke. Und natürlich gibt es auch die eine oder andere Replik aus wetterfestem Kunststoff. Wie stilvoll du Kunststoff in diesem Fall findest, bleibt dir überlassen.

Basis, Schaft, Kapitell – was ist bei der Säulenordnung wichtig?

Die Säulenordnungen sind erst einmal aus einem regionalen, also geopolitischen, Verständnis heraus entstanden. Weitere Regeln wie die Dreiteilung der Säulen in Basis, Schaft und Kapitell, das zwingende Vorhandensein eines dreiteiligen Gebälks und eines dreiteiligen Postaments und ein festes Verhältnis von Höhe und Durchmesser der Säule sind Kategorien, die erst in der Renaissance eine Rolle spielten.

Spielt die Höhe der Säule für die Säulenordnung eine Rolle?

Ab der Renaissance versuchte man, die Säulenordnungen nach ihren inneliegenden architektonischen Regeln zu fassen und festzuschreiben. Von da ab spielte natürlich auch die Höhe der Säule eine wichtige Rolle – aber nur insofern, als sie in ein Verhältnis zum Durchmesser gesetzt wurde, um bestimmte ästhetische Ideale zu verwirklichen.

Welches Material wird für Deko-Säulen verwendet?

Deko-Säulen findest du in allen Formen und Grössen, in kitschigen Farben und tollem Design, im Stil der Antike oder auch sehr modern für alle Bereiche von Innendesign bis Aussendekor. Kleine Säulen aus einer der grossen Säulenordnungen werden oft aus Gips oder Betonguss hergestellt. Steinmetze fertigen Säulen und Säulenfragmente aus verschiedenen Steinarten an: Von Speckstein über Alabaster, Marmor und Sandstein bis hin zu Granit gibt es nichts, was es nicht gibt. Weniger Stil haben die kostengünstigen und manchmal recht farbenfrohen Interpretationen aus Kunststoff, die sogar mit LEDs als Nachttischlampe fungieren können.

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