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Giebelwand: Oft bildet die Schmalseite des Gebäudes die Fassade

Giebelwand: Oft bildet die Schmalseite des Gebäudes die Fassade

Die Giebelwand ist zuerst einmal die Wand des Gebäudes, an der sich der Giebel erhebt. Als Giebel bezeichnen wir den Wandteil, der an Dachkanten oder an Überstände angrenzt, die über die Traufe hinausragen. Im deutschen Sprachgebrauch ist das Wort Giebel seit dem 10. Jahrhundert nachgewiesen, wenn auch die genaue Bedeutung unbekannt ist. Wie genau die Giebelwand deines Hauses am oberen Abschluss geformt ist, hängt von der Dachform ab. Den Zusammenhang von Dachschrägen und Giebeln, was du mit dem Giebel alles anstellen kannst und mehr haben wir für dich hier erklärt!

Giebelwand – welche Wand des Gebäudes ist das?

Die meisten Gebäude haben einen viereckigen Grundriss, in der Regel fällt die Grundfläche rechteckig aus. Um die Architektur selbst bestmöglich vor Witterungseinflüssen zu schützen, wird in Mitteleuropa meist ein Satteldach auf das Gebäude gesetzt. Die Dachflächen fallen als an den Längsseiten des Gebäudes ab. An den Schmalseiten ergibt sich oben ein dreieckiger Abschluss, definiert durch die Dachform. Das ist die Giebelseite des Hauses. Als Giebel wird die in der Regel dreieckige Form des oberen Teils der Wand bezeichnet, die ganze Wand ist die Giebelwand.

Was kann ich an die Giebelseite des Hauses anbauen?

Abhängig davon, wo genau auf dem Grundstück sich die Giebelwand befindet, gibt es tatsächlich mehrere Möglichkeiten. Giebelwände sind in der Regel Aussenwände, sodass sich als Anbauten anbieten (Beispiele):

  • Bindestrich zwischen Corps de Logis und einem Pavillon
  • Carport
  • Garage
  • halboffener Party- oder Hobbyraum oder ähnliche Anbauten

Das funktioniert allerdings nur, wenn sich die Giebelmauer auf dem eigenen Grund und Boden befindet. Du solltest die Bauvorschriften beachten: In vielen Gemeinden muss zwischen Grundstücksgrenze und jedwelcher Art von Gebäude oder Raum ein klar definierter Abstand bleiben.

Wie beeinflussen die Dachfläche und die Dachform den Giebel?

Zuerst einmal ist nicht jeder Giebel das, was er zu sein scheint: Häuser mit Treppengiebel haben nicht zwangsläufig ein getrepptes Dach. Und dann gibt es noch verschiedene andere Formen des Ziergiebels:

  • Dreiecksgiebel oder Tempelgiebel, oft auch als Frontspiess bezeichnet: Diese Ziergiebel können als Bekrönung über Türen und Fenstern auftauchen, gesprengt oder verkröpft sein.
  • Stufengiebel, Treppengiebel oder Staffelgiebel: Gestaffelte Giebel waren zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert gängig, konnten später mit Obelisken oder Voluten geschmückt sein, woraus sich irgendwann der Volutengiebel entwickelte.
  • Schweifgiebel: Die Aussenlinie des Giebels hat auf jeder Stufe geschweifte Formen.
  • Schweifwerkgiebel: Der Giebel ist mit Schneidwerk, also C- und S-förmigen Dekorationen, versehen.
  • Volutengiebel: Der Giebel ist durch Voluten seitlich eingerahmt.
  • Gesprengter Giebel: Der Mittelteil des Giebels ist ausgespart, die Seiten sind nicht bis nach oben gängig durchgeführt.
  • Verkröpfter Giebel: Der Mittelteil des Giebel ist nach vorne oder hinten versetzt in Bezug auf die Seitenteile.
  • Scheingiebel oder Blendgiebel: Diese Form steht in keinem Bezug zu Dachneigung oder Dachform.

Giebelwand kippt nach aussen – was tun?

Es ist heute nicht ganz unüblich, ältere Häuser zu kaufen und selbst instand zu setzen. Die Aussenwand solltest du dir in jedem Fall genau ansehen und vor allem die Giebel. Denn häufig kommt es vor, dass die Giebel wegkippen oder sich Risse in den Giebelmauern zeigen. Solche Schäden findest du vor allem dann, wenn beim Dach die Längsaussteifung fehlt oder nicht ausreichend vorhanden ist. Die Längsversteifung kann über eine flächige Dachschalung erfolgen, möglich ist auch, einen vorhandenen Windverband wieder instand zu setzen. Manchmal reicht es aus, Giebel und Sparren wieder gerade auszurichten. Manchmal wäre das aber kontraproduktiv, weil möglicherweise die Verbindungen reissen. Welche dieser Beispiele im individuellen Fall in Frage kommen, wissen die Fachleute. Daher solltest du immer einen Zimmermann und einen Statiker zu Rate ziehen. Und das gilt nicht nur vor dem Hauskauf, sondern auch dann, wenn du solche Schäden beim Dachausbau oder der Sanierung feststellst.

Seit wann wird die Giebelwand als Zierelement in der Architektur eingesetzt?

Schaut man sich die Entwicklung der (europäischen) Architektur in der Übersicht repräsentativer Bauten an, fällt auf: Giebel und die damit verbundenen Giebelwände wurden schon in der griechischen Antike als Zierelemente eingesetzt. Waren die Giebel damals grundsätzlich aus Stein geschaffen und bestanden sie aus verkröpften oder gesprengten Ziergiebeln, ging man in der italienischen Renaissance beispielsweise dazu über, den Häusern Ziergiebel aus Holz vorzusetzen. Die sogenannten Scheinfassaden nahmen vor allem in Städten wie Florenz beeindruckende Formen und Dimensionen an. Bis in die Zeit des Historismus hinein findet man immer wieder Zierformen, die mal mehr und mal weniger mit der Dachform korrespondieren.

Sehe ich von der Giebelseite immer die Dachschräge des Hauses?

Nicht unbedingt. In der Regel folgt bei einem einfachen Stadthaus aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwar die Form des Giebels der Dachschräge, aber insbesondere bei älteren Bauten ist das nicht der Fall. Da wird der Giebel häufig als Zierelement genutzt und zum Blendgiebel oder Ziergiebel ausgebaut.

Wie dämme ich die Giebelwand?

In den letzten Jahren werden immer mehr Gebäude nachträglich gedämmt, um Energiekosten zu sparen. Steinwolledämmung, Gipsfaserplatten und ähnliche Materialien lassen sich recht einfach verarbeiten, so dass du dein Dach auch selbst ordentlich dämmen kannst. Detaillierte Anleitungen, wie du beim dämmen deiner Giebelwand vorgehst, in Form einer Schritt-für-Schritt Anleitung sowie Checklisten für die benötigten Materialien, findest du übrigens in zahlreichen Ratgebern online!

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