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Unterzug – wichtiges Bauelement bei grossen Hallen

Unterzug – wichtiges Bauelement bei grossen Hallen

Wenn es um den Bau eines grossen Gebäudes geht, dann ist bei der Bauplanung häufig von sogenannten Unterzügen die Rede. Unter einem Unterzug versteht man einen unter der Decke angeordneten Träger. Dieser überträgt die Lasten auf Säulen, Stützen, Ständer oder Querwände. Mithilfe eines Bogens oder einer Wand übernimmt er somit das Gewicht und leitet dieses auf andere Bauteile ab. Auf diese Weise kann die Tragkraft oder die Spannweite eines Bogens oder der Decke erhöht werden.

Welche Funktionen haben Unterzüge im Bauwesen?

Unterzüge können die Funktionen von tragenden Decken übernehmen – dies ist aber noch nicht alles. Teilweise können sie auch die Last von tragenden Wänden mit unterstützen und schaffen somit einen freien Durchgang. Eingesetzt werden Unterzüge unter anderem beim Bau von grossen Hallen mit ebenen Decken. Früher benötigte man für solche Bauprojekte ein Gewölbe, um eine grosse Spannweite überbrücken zu können. Des Weiteren werden Unterzüge auch bei der Sanierung von Altbaugebäuden nachträglich eingefügt und tragen dort zu einer Verbesserung der Baustatik bei.

Wie lange gibt es Unterzüge schon im Bauwesen?

Unterzüge im Bauwesen gibt es schon sehr lange. Jedoch haben sie mit der Zeit ihre Qualität verbessert. Heute bestehen sie meistens aus Stahl oder Stahlbeton, der oft direkt mit einer Schalung vor Ort betoniert wird. Je nach Bauwesen wird der Unterzug aber auch im Vorhinein gefertigt und als Fertigbauteil eingesetzt. Früher waren es hingegen Holzbalken, die die Funktion eines Unterzuges übernahmen. Natürlich waren diese jedoch längst nicht so stabil wie die heutigen Unterzüge aus Stahl. Zwischen der Konstruktion aus Holzbalken und Stahl liegt noch die Zeit, in der Unterzüge aus Stein gefertigt worden sind. Somit hat sich die Qualität der Balken und damit auch ihre Funktion im Laufe der Zeit stetig verbessert. Heute findet vor allem Stahl als bevorzugtes Material im Industriebau Verwendung.

Welche weiteren Bauteile dienen im Bauwesen ebenfalls als Stütze?

Neben den Unterzügen gibt es noch weitere tragende Bauteile, die zur Stabilität eines Bauwerks beitragen. Hier wird zwischen tragenden Bauteilen und Ausbauteilen unterschieden. Zu den tragenden Bauteilen zählen neben den genannten Unterzügen auch Stützen, Säulen, Fundamente und Bodenplatten. Je nach geplanter Architektur und Skelettbau können solche Bauteile entweder nebeneinander oder aufeinander angeordnet werden.

Wie werden Unterzüge aus Beton an die Decke gebracht?

Unterzüge nehmen die Last der Decke auf sich und verteilen diese horizontal auf andere Bauelemente, wie beispielsweise vertikal errichtete Stützen. Sie können sowohl als Überzug, als auch als Rechteckquerschnitt oder als Rüstung erstellt werden. Auch ein Fertigbauteil in Beton ist möglich. Wenn sie statisch errichtet werden, dann können sie auf verschiedene Weisen fungieren:

  • Einfeldträger mit einem gelenkigem Auflager auf Konsolen
  • statisch bestimmter Durchlaufträger ohne Konsolen (angebracht auf geschosshohen Stützen)
  • statisch unbestimmtes Durchlaufsystem über den Stützen (wird im Bereich der Stützen mit Beton vergossen)

Wann und bei welchen Gebäuden werden Unterzüge eingesetzt?

Wenn es um Gebäude geht, die nicht zum Wohnen, sondern beispielsweise für die Industrie erbaut werden, sind die Anforderungen an Tragfähigkeit, Schall und Brandschutz besonders hoch. Innovationen bei der Produktionstechnik verlangen hier eine hohe Flexibilität bei der Aufteilung der verschiedenen Räume. Meistens haben solche Gebäude auch wesentlich mehr Höhe als Wohnungsbauten. Alleine aufgrund der grossen Wände sind die Anforderungen an den Brandschutz deshalb höher. Nicht zuletzt aus diesem Grund müssen daher oft zusätzliche Elemente eingefügt werden.

Was bewirken Unterzüge beim Rohbau?

Meistens werden hier grosse Stützpfeiler mit glatten Unterseiten angestrebt. Sofern die Decken aus Beton errichtet sind, ermöglichen sie grosse Stützweiten, die auch bei geringen Konstruktionsdicken erstellt werden können. Diese werden bei Bedarf eingesetzt, sofern die Innenwände nicht tragend sind. Durch den Einsatz von Tonträgern und Unterzügen aus Stahlbeton können die Stützweiten der Deckenplatten noch weiter vergrössert werden. Bezüglich der Versorgungsleitungen unter der Decke erfordert die Verwendung von Unterzügen jedoch ein grösseres Mass an Vorplanung. Das hohe Gewicht von Beton, das als nicht brennbarer Baustoff eingesetzt wird, sorgt zudem für einen sehr guten Schall- und Brandschutz.

Welche Alternativen gibt es?

Neben den oben beschriebenen sichtbaren Unterzügen, gibt es noch sogenannte deckengleiche Unterzüge. Bei diesem Varianten ist eine zusätzliche Längsbewehrung im Bereich des Dachträgers mit in die Betonplatte integriert. Die jeweiligen unteren Seiten dieses Unterzuges sowie die zu tragende Platte gehen also ineinander über. Somit ist der Unterzug auf den ersten Blick überhaupt nicht sichtbar. Im Bereich der verstärkten Bewegung ist diese Platte aber genauso gut wie der konventionelle Unterzug, das heisst sie erfüllt dieselben Anforderungen und leistet die gleiche Stützkraft. Statt langer Balken an der Wand entdeckst du solche Konstruktionen nicht beim ersten Blick in einem Gebäude. Verwendung finden solche Unterzüge vor allem aufgrund ihrer besseren Optik. Darüber hinaus bieten solche Exemplare auch einen besseren Schallschutz. In reinen Produktions- oder Industriehallen finden sie deshalb eher selten Anwendung. Die Konstruktion ist in der Regel kostenaufwändiger und bei der Produktion spielen Länge und Optik der Stützbalken an der Decke nur selten eine Rolle.

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