Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Architekten in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Erdsondenbohrung – wie sie funktioniert und was zu beachten ist

Erdsondenbohrung – wie sie funktioniert und was zu beachten ist

Photovoltaik und Wasserkraft sind nicht die einzigen umweltschonenden Energiequellen. Die Geothermie gewann in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung – und dass nicht nur für Erdwärmekraftwerke, sondern auch für das eigene Heim. Mit einer Erdsondenbohrung heizt du das Haus mit der Wärme aus dem Erdinneren. Wie das geht und ob es sich das für dich lohnt, erfährst du in unserem Beitrag.

Was ist Geothermie?

Bei der Geothermie gewinnt man Energie und Wärme direkt aus dem Erdboden. Sie zählt zu den regenerativen Energien. Ähnlich wie die Sonnenstrahlen existiert die Wärme bereits im Inneren der Erde und wartet nur darauf, dass wir sie einsetzen. Kraftwerke nutzen die Geothermie, um daraus elektrischen Strom zu erzeugen. In den Eigenheimen kommt Geothermie vor allem beim Heizen und Kühlen zum Einsatz. Für den häuslichen Gebrauch lassen sich sowohl die Wärme der Oberfläche nutzen, als auch tiefe Erdsondenbohrungen durchführen. In beiden Fällen sind Bohrungen notwendig, um zu den warmen Schichten des Erdinneren zu gelangen. Eine Wärmepumpe fördert dann die Wärme aus den Erdschichten zutage und macht sie nutzbar.

Was ist eine Erdsonde?

Unter einer Erdsonde oder Erdwärmesonde versteht man eine unterirdische Rohrleitung. Diese Leitung ist das Bindeglied zwischen der Wärmepumpe, der Wärmeträgerflüssigkeit und der Erdwärme im Inneren der Erde. Erdsonden bestehen zumeist aus einem festen Polyethylen (PE). Dieses Material ist biegsam und fest, wobei man die Wandstärke und den Durchmesser den jeweiligen Bedingungen anpasst. Damit eine Erdsonde ihr Werk verrichten kann, braucht es ein Team an Spezialisten, das die Bohrung vornimmt.

Wie funktionieren Erdsondenbohrungen?

Die Bohrung ist essentiell für die Erdwärmepumpe. Ohne Erdsondenbohrungen hat die Wärmepumpe keinen Zugriff auf die Wärme des Erdreiches. Häufig nehmen die Spezialisten Spülbohrungen mittels Raupenbohrgeräten und anderem mobilen Bohrgerät vor. Das Verfahren stammt ursprünglich aus der Brunnenbohrung. Ein Trockenbohrverfahren oder Kernbohrungen sind ebenfalls denkbar. Je nach Gestein geschieht das mit oder ohne Rohr. Nachdem das Loch gebohrt ist, setzen die Spezialisten häufig Doppel-U-Sonden ein. Diese Erdsonden werden bis in die tiefsten Stellen eingelassen und der Hohlraum mit einem Füllmaterial gefüllt. Eine eventuelle Verrohrung wird danach entfernt. Die notwendige Anzahl der Erdsondenbohrungen richtet sich nach dem Verbrauch des Haushaltes und nach den örtlichen Bedingungen. Für ein Mehrfamilienhaus können bis zu 20 Erdwärmesonden notwendig sein. Bei einem Einfamilienhaus reichen möglicherweise schon eine oder zwei Bohrungen. Je grösser die Heizlast des Gebäudes, desto grösser ist auch die Wärmepumpe. Danach richten sich die Ausmasse der Erdsonden sowie die Ausmasse des Bohrlochs und die Tiefe.

Was gibt es bei der Erdwärmenutzung zu beachten?

Um Erdsondenbohrungen vornehmen zu dürfen, benötigst du eine Bewilligung und die Einschätzung eines Spezialisten. Bei einer unsachgemässen Bohrung an der falschen Stelle kann Wasser im Untergrund neue Wege einschlagen und in verschiedene Grundwasser-Stockwerke fliessen. Das wiederum kann die Grundwasserqualität verschlechtern. Daher braucht es eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Kantons. Wichtig ist auch die Tiefe. In welche Tiefen die Erdsondenbohrungen reichen müssen, um für ausreichend Energie zu sorgen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Generell jedoch gilt: je tiefer, desto wärmer. Für besonders tiefe Bohrungen sind möglicherweise weitere Bewilligungen notwendig. Erst ab einer Tiefe von zehn Metern bleibt die Temperatur grössenteils unverändert. Das zeichnet die Erdwärmesonden gegenüber den Erdwärmekollektoren aus, welche ihren höchsten Wirkungsgrad in den warmen Jahreszeiten erzielen.

Ist auch eine Erdwärmenutzung direkt unter der Oberfläche möglich?

Wer nicht so tief bohren möchte oder wenn tiefe Bohrungen aus geologischen Gründen nicht möglich sind, dann bieten sich Erdwärmekollektoren an. Diese befinden sich unterhalb der Oberfläche und sammeln hier die Wärme. Ein tiefes Bohrloch ist dann nicht notwendig. Jedoch benötigst du für Wärmekollektoren eine grosse Fläche, sonst lohnt sich die Investition nicht. Beachte dabei auch, dass Wärmekollektoren nicht das ganze Jahr über effektiv Energie liefern können.

Lohnt sich die Erdwärmenutzung?

Wie wirtschaftlich die Erdwärmeanlage allgemein ist, hängt von vielen Faktoren ab. Beachte dabei, dass die Erdwärmepumpe von alleine nicht funktioniert. Sie benötigt Strom. Mit einer Photovoltaikanlage bekommst du Strom von der Sonne. Auch wenn ein komplett autarker Haushalt schwierig zu erreichen ist, lässt sich mit dieser Kombination sehr viel Geld sparen. Es dauert jedoch, bis sich die Investitionen amortisiert haben. Wie lange, das hängt jedoch von deinem Verbrauch und eventuell von der Förderung ab.

Welche Kantone fördern eine Erdsondenbohrung?

Erdsondenbohrungen gehören zur Installation einer Wärmepumpe dazu. Generell unterstützt der Bund den Ausbau von Geothermie und vergünstigt sie mit der Kostendeckenden Einspeisevergütung. Auch die Kantone fördern die Planung und die Installation von Wärmepumpen und Geothermie-Anlagen. Inwiefern und welche Auflagen gelten, dafür kannst du dich beim Bundesamt für Energie und deinem Kanton informieren. Häufig fördert man die Installation der Pumpen durch das Gebäudeprogramm. Förderungen sind sowohl beim Neubau als auch bei Renovierungen möglich.

Der Architektvergleich für die Schweiz. Finde die besten Architekten in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Bauhandwerkerpfandrecht: Diesen Schutz bietet das Schweizer Pfandrecht für Werkarbeiter am Bau

Mit der Auftragsannahme für ein grösseres Bauprojekt nehmen Handwerker in der Regel ein Risiko auf sich. Sie leisten ihre Arbeit, werden in der Regel aber erst nach deren Beendigung vom Bauherrn bezahlt. Rückgängig gemacht werden können die Leistungen, zum Beispiel installierte Sanitäranlagen, nicht mehr. Um sicherzustellen, dass die Handwerker tatsächlich ihr Geld erhalten, gibt es in der Schweiz das Bauhandwerkerpfandrecht. Was das ist und für wen und für welche Arbeiten es Schutz bietet, erfährst du in unserer Übersicht rund um das Baurecht für Handwerker. Darüber hinaus geben wir dir Tipps zu Eintragungsfristen, Doppelanmeldungen und zum Schutz des Bauherrn.

Das Minihaus – nachhaltig und vielseitig wohnen

Bei einem Minihaus handelt es sich um ein kleines Haus – praktisch entspricht es einer Wohnung in Hausform. Dabei gibt es so viele unterschiedliche Arten an Minihäusern, wie es Gründe gibt, um in eines zu ziehen. Die Mikrohäuser erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei jungen Singles, Paaren und älteren Menschen bis hin zu Senioren. Sie bieten für viele Menschen eine preiswerte Möglichkeit, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Sie sind ökologisch nachhaltig, sparen Platz – und bieten zudem die Chance, das eigene Leben zu erleichtern. Ein kleiner Überblick über die Welt der Minihäuser.

Ein kleines Haus bauen – was spricht für ein Minihaus?

Ein kleines Haus zu bauen ist ein relativ neuer Trend, der seit einigen Jahren mehr und mehr Anhänger findet. Kleine Häuser sind günstig zu kaufen oder zu bauen und verursachen ihren Bewohnern später auch geringere Betriebskosten. Oft sind es auch Umweltaspekte, die die Käufer von Kleinhäusern bewegen, sich auf wenigen Quadratmetern einzurichten. Denn natürlich verbraucht ein Häuschen mit der Wohnfläche einer kleinen Wohnung weniger Energie zum Heizen als eine grosszügige Villa. Das Thema Nachhaltigkeit zeigt sich bei Minihäusern sehr oft an den bevorzugten Baumaterialien. Häufig finden natürliche Baustoffe aus der Region Verwendung für die kleinen Häuser.

Wintergarten bauen – Infos und Tipps rund um die gläsernen Anbauten

Er sorgt für einen geschützten Draussen-Effekt und verlängert das sommerliche Gartengefühl an kälteren Tagen. Der Wintergarten als beliebter lichtdurchfluteter Aufenthaltsraum mit einem 180 Grad-Blick ins Freie wertet das gesamte Haus optisch auf und ist in der Schweiz ein beliebter Anbau für das Eigenheim. Wer einen Wintergarten bauen möchte, ist gut damit beraten, sich vorab sorgfältig zu informieren: Worauf du bei der Planung achten solltest und wann du eine Baugenehmigung zum Wintergarten bauen brauchst, erfährst du in unserem Ratgeber. Ausserdem geben wir dir wichtige Tipps und Infos zur Verglasung, Belüftung, Beschattung sowie zu den Profilen.

Grundbucheintrag – Register über dingliche Rechte an Grundstücken

Das Grundbuch ist eines der wichtigsten Dokumente im Schweizer Recht. Es handelt sich um das Verzeichnis aller Grundstücke und deren Besitz- und Eigentumsverhältnisse. Hierdurch wird das Grundeigentum gesichert. Als Immobilienbesitzer solltest du sichergehen, dass du korrekt im Grundbuch eingetragen bist. Schon vor dem Kauf deiner Immobilie ist es wichtig, dich darüber zu informieren, welche Grundbucheinträge vorhanden sind. Denn manchmal sind noch Altlasten vorhanden oder bestimmte Rechte und Pflichten sind eingetragen, die du als neuer Besitzer beachten musst. In diesem Beitrag erfährst du mehr über die wichtigen Inhalte des Schweizer Grundbucheintrags.

Quadratmeter berechnen: Wohnflächenberechnung leicht gemacht

Länge mal Breite gleich Flächeninhalt – so hast du das in der Schule gelernt. Für rechteckige Räume ist diese Form der Flächenberechnung auch korrekt. Aber was, wenn das Grundstück nicht genau rechteckig ist, eine Wohnung trapezförmig angelegt wurde oder Dachschrägen ins Spiel kommen? Wird Raum innerhalb der Wohnung genauso berechnet wie ausserhalb? Braucht man Ebenengleichungen und komplexe Funktionen zur Berechnung der Wohnfläche? Rund um das Thema Quadratmeter berechnen und Mietverhältnisse gibt es viele Fragen. Wir haben die wichtigsten davon zusammengestellt und für dich beantwortet.