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Die griechische Baukunst und Säulenordnung folgte strengen Vorgaben. Neben den typischen dorischen und ionischen Säulen waren auch Figuren üblich, die durch ihre Form die Säule ersetzten oder ergänzten. Dazu gehören Karyatiden und Atlanten, weibliche und männliche Figuren. Die Karyatide trägt bei einem Bauwerk Dach, Architraven und Ziergiebel. Die Figuren konnten sehr gross ausfallen und unterlagen einer bestimmten Anordnung im Abstand und in der Ausführung. Sie bestimmten die Fassadengliederung wie Ornamente und Dachelemente. Die Karyatiden waren im klassischen Entwurf der Architekten grundsätzlich bekleidet und trugen lange Gewänder, die als Peplos oder Chiton bezeichnet wurden. Die Beine waren geschlossen oder leicht versetzt, während ihre Körperhaltung gerade blieb. Wenn du diese Ruinen und Ausgrabungen in Griechenland heute besuchst, sind die Statuen farblos. Anders war das in der Antike. Die Figuren waren fast immer bunt bemalt und sind dann über den langen Zeitraum ihrer Existenz hinweg ausgebleicht. Bewundern kannst du sie beispielsweise auf der Akropolis in Athen, an der Korenhalle an der Südseite des Erechtheions. Sie gehörten zum Reichen Stil und wurden auch später im Manierismus nachgeahmt. Die klassische Form stellte immer ein Mädchen dar, das die Last auf dem Kopf trug.
Die männliche Statue als Gegenpart zu den Karyatiden waren Atlanten. Sie trugen die Last nicht nur auf dem Kopf, sondern nahmen zur Unterstützung die Hände. Sie hatten Atlas zum Vorbild, der in der griechischen Mythologie der titanische Himmelsträger war. Die Figuren waren ähnlich überlebensgross, besassen männliche und muskulöse Körperfiguren und ersetzten die Säule. Die Römer übernahmen die Bauweise und nannten die Atlanten Telamon. Sie standen nicht gerade, sondern leicht vornüber gebeugt. Die Last wirkte damit schwerer als bei den Karyatiden, die Leichtigkeit vermittelten. Männliche Figuren wurden von Architekten der Renaissance, des Barocks und des Rokokos und auch im Klassizismus nachgeahmt und übernommen.
Die Karyatiden und die Atlanten als Statue und Skulptur hatten nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine tragende Funktion innerhalb der Architektur der Antike. Sie ersetzen die dorischen und ionischen Säulen oder andere Pfeiler und orientierten sich im Wuchs an diesen. Sie stützten Gesimse, Portale und Balkone in einer eleganten Leichtigkeit, wobei gerade die weibliche Statue auch Gelassenheit und Erotik verkörperte. Aufgabe beider Figuren war entsprechend, die Säulen in direkte Bilder und Darstellungen umzuwandeln, ohne den praktischen Nutzen zu verlieren.
Wo die Bezeichnung für die Bauplastik ihren Ursprung nahm, ist nicht ganz geklärt. Zum einen gibt es die Theorie, dass die Karyatiden Mädchen aus der Ortschaft Karyai in Lakonien darstellen sollten, die zum Lastentragen verurteilt wurden, wenn sie Kontakt zu den feindlichen Persern hatten. Eine andere Legende besagt, dass sie Sklavinnen aus Karyai waren, nachdem deren männliche Einwohner getötet worden waren. Als Hinweis auf ihre Dienstbarkeit zeigten sie dann das Lastentragen als reine Stützfigur. Eine weitere These spricht davon, dass es sich bei Karyatiden um Jungfrauen handelt, die im Tempel von Karyai auf dem Fest der Artemis tanzten.
Karyatiden waren feinsinnig abgestimmte Werkzeuge der Architektur und vermittelten durch ihre Eleganz und Grösse eine eindrucksvolle Harmonie. Neben ihrer typischen optischen Wirkung im langen Gewand und mit freistehender Position, die die Last auf dem Kopf trägt, ist die Statue das tragende Element, das gleichzeitig durch die Instabilität des menschlich dargestellten Körpers die logisch abstrakte Form auflöst. Die gesamte geordnete Statik ist für das Auge nicht mehr visuell nachvollziehbar, während die Figuren den eigentlichen Säulenschaft oder Pfeiler komplett ersetzen. Ein Gebäude wirkt dadurch völlig anders als mit glatten und nebeneinander stehenden Säulen. Übrigens: Tragen die Figuren zusätzlich einen Tragekorb auf dem Kopf, heissen sie Kanephoren. Sie gehen auf die Frauen aus vornehmen griechischen Familien zurück, die im Korb auf dem Kopf die Geräte und Werkzeuge für die Opfergaben trugen. Vermehrt wurden sie als Gebälkträgerinnen auf Gebäuden, aber auch auf Vasen und als Schmuckstatuen dargestellt.
Die weibliche Figur steht auf einer schmalen Platte, die gleichzeitig die Basis bildet. Sie trägt dazu über dem Haupt ihre Last auf dem Haupt, ohne die Hände zur Unterstützung zu gebrauchen. Die Last sind Dach und Gebälk. Die Leichtigkeit verstärkt sich optisch durch die versetzte Schritthaltung. Das linke Bein ist nach vorne versetzt und evoziert die Schrittbewegung. Dabei schwingt die Hüfte ganz leicht zur Seite. Während die Karyatide so Bewegung versinnbildlicht, ist ihre eigentliche Funktion die Stabilisierung des Gebäudes. Das steht in einem faszinierenden Widerspruch zueinander und stellt eine Meisterleistung der Griechen innerhalb der Architektur dar.
Die griechische Baukunst fand erneute Beachtung in der europäischen Architektur, besonders in Barock und Klassizismus und später im Manierismus. Über die Gebäudegestaltung hinaus war die Karyatide dann auch als Wandverkleidung, als Dekoration für Sitzmöbel, Leuchter, Betten und Tische beliebt. Als sie aus der Architektur im 20. Jahrhundert allmählich wieder verschwand, war sie trotzdem auf Magazinen und Werbetafeln zu finden und stellte damit die antike Version heutiger Fotomodells dar. Einige behaupten, dass die Architektur seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr in eigenen Stilen existiere, sondern ein Gemisch aus verschiedenen Stilelementen bilde, die moderne Gebäude nur noch mit Variationen antiker Ideen verkleide. Aber die weibliche Figur war schon vor den Griechen Thema der Architektur, darunter in der ägyptischen und vorderasiatischen Kunst. Bekannte Bauwerke und Innensäle, die mit männlichen und weiblichen Figuren ausgeschmückt wurden, sind:
Sobald sich im Frühling die ersten Sonnenstrahlen zeigen, lockt es uns nach draussen auf den gemütlichen Balkon oder die Terrasse. Befindet sich am Balkongeländer ein Sichtschutz, dann sorgt das für die richtige Wohlfühlatmosphäre mit mehr Privatsphäre, Sonnenschutz und vielen weiteren Vorzügen. Wir zeigen dir die praktischen Seiten von Balkonverkleidungen auf und in welchen Kategorien der Sichtschutz erhältlich ist.
Die Planung eines neuen Gebäudes ist für Architekten ein grosses Projekt. Es müssen zahlreiche Faktoren beachtet werden und muss im besten Fall schon zu Beginn klar sein, worauf das Ergebnis hinaus laufen wird. Im Nachhinein noch etwas an der Bauweise zu verändern, ist häufig schwierig, weshalb gute Planung das A und O ist. Begonnen wird bei der Planung mit dem sogenannten Sockelgeschoss. Was ein Sockelgeschoss ist, welche Funktionen es erfüllt und wie es gebaut wird, erfährst du im folgenden Artikel.
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Der Böschungswinkel – aus wirtschaftlicher Sicht sollte er möglichst gross seinBeim Bau ist es wichtig, die Standsicherheit von Gruben zu gewährleisten. Andernfalls könnten alle Beteiligten schnell abrutschen. Sobald eine Baugrube tiefer als 1,25 Meter ist, müssen Böschungen erstellt werden. Dabei handelt es sich meist um sogenannte abgeböschte Wände. In der Schweiz gibt es strikte Regeln dazu, welchen Winkel diese Böschungen haben dürfen, den sogenannten Böschungswinkel. In diesem Beitrag erfährst du mehr dazu. Ausserdem informieren wir dich über den verwandten Reibungswinkel und darüber, wer dir beim Erstellen der korrekten Böschungsverhältnisse helfen kann.
Eine geschlossene Oberfläche aus Terrassendielen ist natürlich hübsch – du findest aber auch Holzböden für die Terrasse im Handel, die Einblicke gewähren und eher wie Holzroste aussehen. Die sogenannten Holzfliesen für den Aussenbereich werden etwas anders verlegt und geben dem Terrassenboden ein apartes Aussehen. Aber welche Holzarten sind dafür überhaupt geeignet? Lassen sich die Holzfliesen reinigen? Und wie sieht es mit dem Holzschutz aus? Das Thema ist komplex – wir haben die häufigsten Fragen zusammengetragen und beantwortet.
Die Hecke wild wuchern lassen, einen Baum pflanzen oder ein Gartenhäuschen bauen – auf dem eigenen Grundstück sollte das kein Problem sein, denken viele. Das stimmt aber nur bedingt. An der Grenze zum benachbarten Baugrundstück hat auch der Nachbar ein Wörtchen mitzureden. Nach Schweizerischem Nachbarrecht müssen bestimmt Abstände gewahrt werden. Wofür diese sogenannten Grenzabstände festgelegt sind und ob in den einzelnen Kantonen dieselben Mindestabstände gelten, erfährst du in unserem Ratgeber. Ausserdem informieren wir dich, wann du die Möglichkeit hast, auch dichter an der Grundstücksgrenze zu bauen und was du tun kannst, wenn sich der Nachbar nicht an die Regeln hält.